#12Selfies - Vom erreichen selbstgesteckter Ziele

Da bleibt auch Zeit für witzige Schnappschüsse Zwischendurch.
Da bleibt auch Zeit für witzige Schnappschüsse Zwischendurch.

Am Anfang jeden Jahres stecke ich voller Motivation und Ideen. Da ich aber leider gestehen muss, ein wenig wankelmütig zu sein, ist es für mich nicht so einfach, an ein und dem selben Ziel einen längeren Zeitraum, z. B. ein ganzes Jahr lang, fest zu halten. 
Deshalb habe ich mir für das Jahr 2017 selbst eine Aufgabe gestellt. Jeden Monat veröffentliche ich ein Selfie, aber kein einfaches Selfie nur von mir allein, nein um es mir als Mutter von drei kleinen Kindern, selbst besonders schwer zu machen, beschließe ich , diese Selfies zusammen mit meinem Mann als Paarbilder zu gestalten. Im Nachhinein betrachtet war dies nicht unbedingt klug. Klar, die Beweggründe waren edel. Meine jüngste Tochter wurde im Oktober 2016 geboren. Mit einem Baby ist Paarzeit eher selten, also habe ich versucht, zusätzlich zu den Zielen, die Jahresaufgaben generell schon mit sich bringen (Kontinuität, Termindruck, Abwechslung,...) auch noch das Thema Paarzeit mit einfließen zu lassen. Romantisch gedacht, ein Abend im Monat, an dem, wenn die Kinder im Bett sind, ich das entsprechende Set aufbaue und dann entspannt und in Ruhe zusammen mit meinem Mann Zeit verbringe und dabei Selbstportraits mit dem Funkauslöser mache. Zu Beginn hat der Plan auch noch gut funktioniert. Ein relativ einfaches Thema. Am 20. Januar alles vorbereitet. Ein paar tolle Bilder gemacht und genug Zeit für die Auswahl und die Bearbeitung eingeplant.

 

Voller Tatendrang habe ich die Weiten des Internets nach Inspiration durchsucht und für jeden Moant des Jahres ein Thema festgelegt. So lange die Themen einfach waren, lief alles reibungslos. Kompliziert wurde es erst, als ich zum Bildthema eine Outdoor-Location vorgesehen hatte. 

 

Von der Entstehung des Mai-Bildes habe ich euch dann direkt in einem Blog hier auf meiner Homepage berichten müssen.

 

Die Bildidee für den Juni war dann grundsätzlich gut durchdacht. Direkt neben meinem Elternhaus ist ein wundervolles Getreidefeld. In einer Reifenspur sollte ein romantisches Bett im Kornfeld entstehen. Am Abend würden uns dabei wohl nur die Insekten auffressen, daher entschlossen wir uns, das Foto während des Mittagsschlafs unserer Kleinsten aufzunehmen. Die beiden Großen waren in der Zwischenzeit mit dem Opa im Garten.

Als endlich alles Stand, der Sonnenschirm für die Abschattung vor der grellen Mittagssonne justiert war und wir uns im richtigen Abstand zur Kamera in Position gebracht hatten, wachte unsere kleine Maus auf. Zu meinem großen Bedauern hatte sie zu dieser Zeit eine ihrer schwierigen Phasen, sodass weder Oma, noch Opa oder die Geschwister sie beruhigen konnten. Wohl wissend, dass dies die einzige Situation an diesem Tag war, an dem das Foto entstehen konnte, drückte ich beherzt 3 mal auf den Auslöser und rannte dann über das Feld zu meiner Tochter.


So ein lustiges Badewannen-Bild wie im Juli hat auch so seine Tücken. Zu dieser Zeit hatte ich noch meine Canon EOS 550D, welche ich nicht per Handyapp mit Liveview, sondern nur per Funkauslöser fernauslösen konnte. Also hieß es konzentriert den Bildauschnitt und das Licht einstellen, damit ich zwischendurch nicht all zu oft aus der Wanne schlüpfen musste, um die entstanden Bilder zu sichten. Dabei durfte der empfindliche Auslöser natürlich auch nicht nass werden.  Zeit für Quatsch war zwischendrin aber trotzdem.

Für das August-Bild fuhren wir in das professionell eingerichtete Fotostudio von Traumbild in Nandlstadt. Die Bildidee war relativ einfach, da ich mir Inspiration geholt hatte. Lyonel Stief hat ein großartiges Paarbild von der MuA Shari und ihrem Freund, dem Personal-Trainer Rome gemacht und sogar das Setting in einem Beitrag erklärt. Da sich so spontan wie unser Aufbruch dorthin war, leider kein Babysitter gefunden hatte, nahmen wir die drei Mäuse einfach mit. Im geräumigen Studio konnten sie sich gut aufhalten und herumsausen, während ich das Set aufgebaut habe. Für die Zeit des Shootings musste dann unsere Größte auf die beiden kleinen aufpassen, bzw diese aus dem Bild heraus halten. Den Nebel habe ich aus Gründen der Einfachheit im Anschluss digital eingefügt.

Den Tiefpunkt hatte meine Aufgabe definitiv im September erreicht. Der Terminkalender war mehr als voll, die Schule hatte gerade begonnen und mein Mann hatte keine Lust mehr auf diesen "Stress". Für mich war es das eigentlich nicht Wert, mich wegen dieser selbst auferlegten Pflicht mit meinem Mann zu streiten. Daher hatte ich bereits aufgegeben und war am überlegen, wie ich meiner FB-Community diese Nachricht beibringe. Es ist kein gutes Gefühl, wenn man sein Scheitern in der Öffentlichkeit breit treten muss. Daher holte ich mir Rat, bei einem lieben Freund, der ebenfalls Fotograf ist. Seine subtile Art Dinge zu sehen und der Vorschlag: "Mach doch einfach was schnelles, einfaches auf der Couch." haben mein Projekt dann doch noch gerettet. Dabei entstand ein durchaus tiefgründiges Motiv, wie ich finde.  Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Andi!!

Mit neuer Motivation, neuer Kamera und dem Ziel des Jahres schon in greifbarer Nähe stürzte ich mich quasi am Tag darauf schon auf den neuen Monat. Oktober war angebrochen, der letzte des Monats ist nun einmal Halloween, also was lag näher, als ein gruselig, schauriges Bild zu gestalten? Gerade deshalb habe ich mich für ein gar nicht gruseliges Herbstmotiv entschieden.

Wobei, wenn man sich die Entstehungsbilder ansieht und wie die Kamera drapiert wurde, kann man es durchaus mit der Angst zu tun bekommen, gerade wenn man mit dem Gesicht darunter liegt. Das herbstliche Motiv mit den bunten Blättern entstand nämlich keineswegs Draußen unter einem Ahornbaum, nein, es wurde in meinem Wohnzimmer  aufgenommen. Die rießige Terrassentür dort nutze ich liebend gerne als natürliche Lichtquelle. Zwischen zwei Lampenstativen hing meine nagelneue Kamera an zwei Kabelbindern in einem Karton, damit ich die frontale Draufsicht umsetzen konnte, ohne Stativbeine aufwändig aus dem Bild retouchieren zu müssen.  Das Laub hatte ich einige Tage zuvor bereits gesammelt und getrocknet. Für den Fall, es würde bei meinen anstehenden Herbstshootings mit Kunden nur noch zerbröselte oder nasse Blätter geben, wollte ich vorbereitet sein.

Studioaufnahme ohne dig. Hintergrund
Studioaufnahme ohne dig. Hintergrund

Als krönender Abschluss meiner Serie sollte im Dezember endlich das Fantasy-Foto entstehen, welches mir von Anfang an sehr wichtig war dabei zu haben, zu welchem die Umstände aber einfach nie gepasst haben.

Die ursprüngliche Idee wurde einige Male angepasst. Aus den gewünschten Magnolienblüten als Hintergrund wurde aufgrund der furchtbar kurzen Blütezeit der Bäumchen die Idee einer Spiegelung in einem Teich, welche letztendlich von einer Studioaufnahme mit digital eingefügtem Hintergrund abgelöst wurde. Weiterhin wurde aus der Ganzkörperaufnahme mangels passender Hose ein Oberkörperportrait. Trotz allem ist es mein Liebliongsbild aus der Serie.

Meine Challenge hat definitiv ihren Zweck erfüllt und mir geholfen, einige meiner Komfortzonen zu verlassen, sie konnte mich aber definitiv nicht davon überzeugen, mir für dieses kommende Jahr, wieder eine solche "Last" aufzubürden.

Outtakes - einfach mal blöd schauen.